Aus: Inspirieren statt motivieren!

Wenn wir unsere Bestimmung, Aufgabe und Berufung miteinander in Einklang bringen, dann ist das ein wichtiger Schritt zur Bestätigung und Vertiefung unseres Lebens.

- Lance Secretan, »inspire!«-Autor -

 

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16. Februar 2012

Das innere Feuer - Von der tiefen Kraft des Sinns

Von Veit Lindau

Als Coach und Trainer für Integralen Erfolg stellen mir meine Klienten oft die Frage:

Warum gibt es Ziele, für die wir bereitwillig und voller Feuer jeden Morgen aus dem Bett springen und andere, für die wir uns jeden Morgen aufs Neue motivieren müssen? Worin liegt der Unterschied??? 

Es ist der tiefere Sinn, der den wahren Wert eines Zieles ausmacht.  

Ein Ziel definiert, was du willst. Der Sinn erklärt, warum du es willst.

Wenn du aus den Augen verlierst, warum du etwas tust, verliert auch das schönste Ziel seine Anziehungskraft. Du bist nämlich keine Ziel-Erfüllungs-Maschine, sondern ein Mensch mit Herz, geboren mit einer tiefen Sehnsucht nach Sinn.

In der Geomantie bezeichnet der Begriff Leyline[1] eine unsichtbare Kraftlinie, die meist geradlinig durch die Landschaft läuft. Eine Leyline wirkt impulsgebend und wachstumsfördernd für Lebensprozesse, sie spendet Pflanzen, Tieren und Menschen Lebenskraft. Alle Naturvölker dieser Erde wussten um bestimmte Kraftplätze auf der Erde, auf der sich diese Leylines kreuzten.

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass auch das Leben eines Menschen einer solchen Leyline folgt – der unsichtbaren Spur deines Lebenssinns. Entfernst du dich von ihr, verblasst alles. Nichts erfreut dich mehr wirklich. Dir fehlt dann die Kraft, den alltäglichen Herausforderungen mit Mut und Entschlossenheit zu begegnen. Du kannst überaus erfolgreich sein, doch wenn dieser Erfolg nicht auf deiner Leyline liegt, wird er schal schmecken. Er wird dich nicht erfüllen.

Ich begegne in meiner Coachingpraxis immer wieder Menschen, die in ihrem Job sehr erfolgreich und dennoch unglücklich sind. Sie haben auf der Jagd nach Erfolg den eigentlichen Sinn des Spiels aus den Augen verloren. Am Ende unseres Lebens steht nicht die Frage, wie viele unserer Ziele wir erreicht haben. In den letzten Minuten unseres Lebens ist nur eine Frage relevant:  „Wie treu sind wir dem tiefsten Sinn unseres Lebens gewesen?“

Wandelst du auf deiner Leyline, bist du unaufhaltbar. Du fällst vielleicht hin, doch du stehst schnell wieder auf. Selbst die schwierigste Hürde ist für dich bezwingbar, denn sie liegt auf deiner Leyline. Es gibt keine Zweifel – du wirst wie durch einen unsichtbaren Magnetismus geführt. Willst du dein Ziel möglichst leicht und sicher erreichen, ist es gut, dich im Einklang mit deiner Leyline zu bewegen.

Deshalb sind Zweifel oder Unlust immer ein guter Anlass, dich zu fragen:

Weißt du, was du wirklich-wirklich willst?

Das nährende Feuer deines Lebens entspringt seinem tieferen Sinn.  Es speist dich mit einer unpersönlichen Kraft. Einer Kraft, die weit über deinen begrenzten Ich-Willen hinausgeht.

Du kannst den Sinn deines Lebens nicht erreichen und abhaken. Du kannst ihn nur jeden Tag neu und intensiver leben oder auch verraten. Der wahre Sinn deines Lebens entspringt dem Zeitlosen, dem Ewigen.

Ziele unterliegen dem Wirken der Inflation. Was du als 20-jähriger als absolut erstrebenswert empfindest, entlockt dir mit 60 vielleicht nur noch ein mildes Lächeln. Jede noch so große Errungenschaft kommt und … geht.

Wenn alles in deinem Leben schiefläuft,

wenn die Welt unterzugehen scheint,

leuchtet das strahlende Licht deines Sinns immer noch in dir.

Wenn du dein Selbstwertgefühl vom Gelingen deiner Vorhaben abhängig machst, begibst du dich auf eine emotionale Achterbahn. Manchmal wirst du dich wie ein König und dann wie der größte Versager fühlen.

Der Sinn deines Lebens befreit und stabilisiert dich.

Er schenkt dir das ruhige Zentrum inmitten jedes Sturmes.

Im Gegensatz zu deinem Ziel, das du wählen kannst, wählt der Sinn deines Lebens dich. Er existiert bereits in dir. Er ist dein intimes Stelldichein mit dem Schicksal. Du findest ihn in keinem Buch der Welt. Kein Ehe-Partner, kein Kollege, kein Lehrer kann dir sagen, wofür du lebst. Du findest die Antwort in dir.

Sinn ist das Zentrum von allem. Geht dir der Sinn verloren, überkommt dich manchmal das Gefühl, vom Universum herum geschubst zu werden. Du landest scheinbar zufällig immer wieder in Situationen, die dich denken lassen: „Wie bin ich hier gelandet? Was hat das alles mit mir zu tun?“

Freude als Wegweiser

Es ist leicht, in dieser Welt verloren zu gehen. Damit du deinen Weg nicht aus dem Sinn verlierst, hat dir das Leben einen unbestechlichen Freund zur Seite gestellt: natürliche Freude.

Freude ist ein sanftes, leuchtendes Signalfeuer, das dir zeigt „Hey, du bist auf dem richtigen Weg!“ Wenn du auf den Leylines deines Sinnes wandelst, verspürst du Freude. Manchmal ist sie still und zart – fast zu überhören. Ein anderes Mal kommt sie als mächtige, ekstatische Welle. Dein authentischer Weg mag nicht immer bequem verlaufen, manchmal liegen Steine darauf, manchmal geht es steil bergauf oder es regnet. Dennoch begleitet dich eine tiefe, tiefe Freude – denn es ist dein Weg.

Manche Menschen setzen sich mit der Frage nach dem Sinn ihres Lebens gewaltig unter Druck, weil sie eine spektakuläre Antwort erwarten. „Es muss schon mindestens die Rettung der Welt sein!“ Der Sinn unseres Lebens entzieht sich diesen weltlichen Maßstäben. Er offenbart sich oft still und einfach. Vielleicht ist es ein einziges Wort, bei dessen Klang deine Seele aufatmet und dein Herz ruhig wird. Wenn ein Klient zu mir sagt: „Veit, ich hab keine Ahnung, was der Sinn meines Lebens ist“, frage ich ihn zurück: „Was bereitet dir Freude?“

Jedes Mal, wenn du jene natürliche Freude spürst, lebst du gerade deinen Sinn.

Kann es so einfach sein? Warum nicht?!

Vielleicht ist es spannender, zu fragen: Darf es so einfach sein?

Du musst nicht in Ehrfurcht erstarren, um den Sinn deines Lebens zu erkennen. Er liegt direkt vor deiner Nase. Sogar noch näher als nah. Die folgenden Fragen können es dir erleichtern, von ihm gefunden zu werden.

Was bereitet dir Freude?

In welchen Augenblicken jubiliert dein Herz?

Was genau zeichnet die Momente aus, in denen du spürst:

„Ja! Genau! Dafür lohnt es sich, hier zu sein. Dafür lebe ich.“?


[1] Das Wort Leys kommt von einem alten englischen Ausdruck für Waldweg `laia´, französisch `laie´.